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05 Oct
Ivan Klíma: "Mein Prag"

Im Nachlass des tschechischen Autors Ivan Klíma fand sich ein Konvolut sehr persönlicher Texte über Prag, über die Stadt, in der er geboren wurde und fast ein Jahrhundert bis zu seinem Tod im Oktober 2025 gelebt hat. Maria Hammerich-Maier hat die Texte ins Deutsche übersetzt, die nun als 200 Seiten starke Ausgabe im Transit-Verlag erschienen sind.

"Um eine Beziehung zu einer Stadt aufzubauen, müssen wir sie als lebendes Wesen wahrnehmen, ihre besondere Eigenart, ihren Geist, ihre Identität und ihren Lebenszusammenhang verstehen. Über eine Stadt zu sprechen, bedeutet natürlich auch, über ihre Bauwerke zu sprechen. Doch Gebäude sind schweigsame Zeugen der Geschichte. Sie sagen uns wenig, wenn wir ihre Geschichte nicht kennen. Eine Stadt ohne historischen Kontext wäre nur eine gigantische Ansammlung von Materie", schrieb Klíma über sein Prag.

In diesem Buch sind auch 70 charakteristische Bilder zu der Stadt an der Moldau zu sehen, die für Ivan Klíma eine besondere Bedeutung haben.

Der Autor: Ivan Klíma (Geburtsname Kauders) ist 1931 in Prag geboren und wurde von den Nationalsozialisten aufgrund seiner jüdischen Herkunft in Theresienstadt inhaftiert. Nach dem Krieg war Klíma als Journalist und Lektor tätig und beteiligte sich an der später verbotenen Literaturzeitung Literární listy. Nach der Niederschlagung des Prager Frühlings erhielt er Publikationsverbot. 2002 wurde Klíma mit dem Franz-Kafka-Literaturpreis ausgezeichnet, 2010 erhielt er den wichtigen Literaturpreis Magnesia Litera.


Ivan Klíma: "Mein Prag". Berlin/Schwarzenbach (Transit) 2026.

ISBN: 978-3-88747-429-4

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