Web Analytics
05 Jun
Jourová: Internetplattformen sollen KI-generierte Inhalte kennzeichnen

Die Europäische Kommission möchte, dass die großen Internetplattformen die Nutzer unterstützen, von künstlicher Intelligenz (KI) erstellte Inhalte zu erkennen. Dies soll Google, Microsoft und anderen dabei helfen, die Verbreitung von Fehlinformationen zu verhindern, die KI auf sehr hohem Niveau produziert. Dies kündigte die tschechische Kommissionsvizepräsidentin und Wertekommissarin Věra Jourová (ANO) im Vorfeld eines Treffens mit Vertretern von Dutzenden von Internetunternehmen an. Die Anforderung soll Teil eines freiwilligen Kodex sein, und laut Jourová ist es möglich, dass die Angelegenheit Teil eines verbindlichen EU-Rechtsakts über KI wird.

Bild: 123site/Pixabay

Die EU-Staaten haben vor kurzem begonnen, über die Regulierung künstlicher Intelligenz zu diskutieren, insbesondere im Zusammenhang mit der raschen Entwicklung generativer Systeme wie ChatGPT, das von der von Microsoft unterstützten OpenAI entwickelt wurde, oder dem Bard-Projekt von Google. Diese sind in der Lage, auf der Grundlage einfacher Anweisungen komplexe Texte zu generieren. Im Internet tauchen aber auch manipulative, von KI erstellte Fotos oder Videos auf, die oft schwer von echten Bildern zu unterscheiden sind.

Die Wertekommissarin möchte die Internetriesen dazu bewegen, die KI-Kennzeichnung in den bereits bestehenden freiwilligen Kodex, der etwa die Verhinderung von Fake-News oder Hasspostings betrifft, aufzunehmen. Unternehmen wie Google, Microsoft, der Facebook-Eigentümer Meta, TikTok und die tschechische Seznam haben sich in den letzten Jahren diesem Kodex angeschlossen. Twitter ist wieder ausgestiegen. "Unterzeichner, die Dienste betreiben, die das Potenzial haben, KI-generierte Fehlinformationen zu verbreiten, sollten Technologien implementieren, die es ermöglichen, solche Inhalte zu erkennen und sie für die Nutzer klar zu kennzeichnen", sagte Jourová. 

Der freiwillige Kodex ist als Übergangsregelung zu verstehen, da ein EU-weit geltendes Gesetz (Arteficial Intelligence Act) noch nicht ausformuliert ist. Die Europäische Union verhandelt derzeit über die Einzelheiten dessen, was das weltweit erste umfassende System zur Regulierung von KI werden könnte. 

Die Mitgliedstaaten haben sich jedoch noch nicht mit den Abgeordneten des Europäischen Parlaments auf den endgültigen Text des als KI-Gesetz bekannten Standards geeinigt, und es könnte mehrere Jahre dauern, bis er in die Praxis umgesetzt wird. Daher wolle die Kommission im Interesse der Schnelligkeit zunächst den freiwilligen Kodex erweitern, so Jourová. Gleichzeitig ist es möglich, dass die Anforderung, KI-generierte Inhalte zu kennzeichnen, ihren Weg in die verbindliche Verordnung finden wird.


Werbung/Inzerce


POWIDL-Newsletter

Politik • Wirtschaft • Sport • Reisetipps • Kultur

Deutschsprachige News aus Tschechien alle 14 Tage kostenlos in Ihrer Mailbox!

Jetzt anmelden

Kommentare
* Die E-Mail-Adresse wird nicht auf der Website veröffentlicht.