
Die Europaabgeordnete und ehemalige Vorsitzende der KSČM, Kateřina Konečná, hat beschlossen, nach 21 Jahren ihre Mitgliedschaft in der kommunistischen Partei zu beenden. Auf Facebook erklärte sie am 4. November, sie wolle nicht, dass "der Lynchmob", den "einige erfolglose Parteifunktionäre" wegen ihres Beitritts zur rechten Fraktion "Patrioten für Europa (PfE)" entfesselt hätten, auf die gesamte KSČM übergreife. Der aktuelle Parteichef der Kommunisten, Roman Roun, teilte der Nachrichtenagentur ČTK mit, dass Konečná weiterhin eng mit der Partei zusammenarbeiten, das Programm der KSČM im Europäischen Parlament vertreten werde und nicht beabsichtige, einer anderen Partei beizutreten. Konečnás jüngste Entscheidung, den "Patrioten" beizutreten, hat einen Teil ihrer Parteikollegen empört; ihrer Meinung nach vereint diese Fraktion "rechtsgerichtete und antikommunistische Politiker".

Kateřina Konečná war bis 30. Mai Parteichefin und bis 4. November 2026 Mitglied der tschechischen Kommunisten.
Bild: Facebook/Kateřina Konečná
"Nach 21 Jahren lege ich meine Mitgliedschaft in der Partei nieder, die ich fünf Jahre lang als ihre historisch erste Vorsitzende leiten durfte", schrieb Konečná und dankte den Mitgliedern der KSČM, die sie unterstützt hatten.
"Kateřina Konečná wird sich weiterhin im Europäischen Parlament für das Programm der KSČM einsetzen und eng mit der KSČM zusammenarbeiten", so Parteichef Roun. "Kateřina Konečná versicherte dem Exekutivorgan der KSČM, dass sie bestrebt sei, weiterhin mit allen linken und patriotischen Kräften zusammenzuarbeiten", fügte Roun hinzu. Zuvor hatte er bereits erklärt, dass er die Fraktion "Patrioten für Europa" persönlich als "nichtkommunistisch" betrachte und mit der Entscheidung von Konečná nicht einverstanden sei.
Der stellvertretende Vorsitzende der KSČM, Milan Krajča, schrieb kürzlich im Netzwerk X, dass sich unter den "Patrioten für Europa" im Europäischen Parlament rechtsgerichtete, antikommunistische Politiker versammeln. Der Kommunistische Jugendverband (KSM) forderte nach Bekanntwerden von Konečnas Wechsel disziplinarische Konsequenzen.
Die Europaabgeordnete begründete ihren Beitritt zu den "Patrioten" damit, dass sie bei Abstimmungen bisher gerade mit dieser Fraktion am ehesten übereinstimmte. Ihrer Meinung nach bedeutet dies nun nicht, dass sie allem zustimmen und für alles stimmen werde, was die Fraktion vorschlägt, sondern, dass sie mehr Spielraum erhalten werde, ihr Wahlprogramm durchzusetzen. In ihrer heutigen Stellungnahme bedauerte sie, dass die Linke nach dem Misserfolg bei den Parlamentswahlen erneut den Weg der weiteren Zersplitterung und mangelnden Zusammenarbeit einschlägt. "Ich halte das für einen riesigen Fehler, denn während die Linke durch Meinungsverschiedenheiten gespalten ist, verbindet die Rechte das gemeinsame Streben nach Pfründen", so die Ex-Kommunistin.
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