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Maschinenbaumesse Brünn: Auch im Zeitalter der Roboter zählen Begegnungen zwischen Menschen

Neun vollständig belegte Hallen auf dem Messegelände in Brünn boten einen Überblick über die spannendsten Entwicklungen in der heutigen Industrie auf der Maschinenbaumesse MSV. Mehr als 55.000 Besucher besichtigten innerhalb von vier Tagen die Messestände von 1.379 ausstellenden Unternehmen aus 39 Ländern. Es handelte sich vor allem um Techniker und Führungskräfte, die technologische Innovationen schnell in die Praxis umsetzen müssen. Mit Blick auf den Kalender wichtiger internationaler Branchenveranstaltungen findet die nächste MSV ausnahmsweise früher statt - vom 14. bis 17. September 2027.

Bild: BVV

Der traditionelle Maschinenbau ist immer enger mit neuen Technologien verknüpft. Genau das zeigte die diesjährige Internationale Maschinenbaumesse gemeinsam mit den fünf Fachmessen IMT, Plastex, Welding, Fond-Ex und ProfinTech. Die Schwerpunkte waren die Transformation der Industrie, künstliche Intelligenz, der Einsatz von Robotern, 3D-Druck und Digitalisierung - alles anhand von Live-Vorführungen und konkreten Anwendungen. "Ob Messestände, Programm oder Geschäftsgespräche - alles verband eine Idee: Technologien live erleben, Geschäfte im persönlichen Austausch entwickeln. Dieser Gedanke prägte die gesamte diesjährige Maschinenbaumesse. Über technologische Lösungen wurde hier nicht nur gesprochen. Besucher konnten sie im Betrieb sehen, selbst ausprobieren und direkt mit den Menschen sprechen, die sie entwickeln und in der Produktion einführen", sagte Jan Kubata, Generaldirektor der Brünner Messegesellschaft BVV, über die diesjährige Messe.

"Die Rückmeldungen der Aussteller zeigen uns, dass persönliche Begegnungen in der Industrie weiterhin von entscheidender Bedeutung sind. Unternehmen kommen nicht nur zur MSV, um ihre Neuheiten zu präsentieren, sondern vor allem, um mit Kunden zu sprechen und konkrete Projekte zu besprechen. Das ist für uns die wichtigste Rückmeldung und die Bestätigung, dass die Messe auch im heutigen digitalen Zeitalter ihren unverzichtbaren Platz hat", erklärte MSV-Direktor Michalis Busios in seiner Bilanz der diesjährigen Veranstaltung.

Unternehmer im Gespräch mit Vertretern des Staates

Zahlreiche hochrangige Gäste besuchten die Messe, darunter , Premier Andrej Babiš, Industrie- und Handelsminister Karel Havlíček (beide ANO), Senatspräsident Miloš Vystrčil (ODS) und weitere hochrangige Politiker der Tschechischen Republik. Erstmals fand die Eröffnung der MSV am Vormittag am tschechischen Gemeinschaftsstand (Česká národní expozice) statt, der staatliche Dienstleistungen für Unternehmen an einem Ort bündelte. Die traditionelle Versammlung des tschechischen Industrie- und Verkehrsverbands bewertete aus Sicht der Unternehmen das erste Amtsjahr der aktuellen Regierung. Ihren Vertretern wurden Maßnahmen vorgeschlagen, die der tschechischen Industrie helfen würden, Hindernisse abzubauen und ihre Wettbewerbsfähigkeit auf dem Weltmarkt zu steigern.

Internationale Ausrichtung und neue Geschäftsmöglichkeiten

Die MSV bestätigte ihre internationale Rolle. Neben Ausstellern aus 39 Ländern präsentierten sich in Brno ausländische Gemeinschaftsstände, und Wirtschaftsdelegationen sowie offizielle Delegationen beteiligten sich am Programm. Die Messe schuf damit nicht nur Raum für die Präsentation von Technologien, sondern auch für Gespräche über Export, Investitionen und neue Industriepartnerschaften. Internationale Kontakte förderte auch die Kooperationsplattform Kontakt-Kontrakt. Sie brachte 338 Unternehmen und zahlreiche Wirtschaftsinstitutionen aus 30 Ländern zusammen und vermittelte ihnen nahezu tausend Gesprächstermine.

Digitální továrna zeigte Technologien auf dem Weg in die Praxis

Zu den prägendsten Projekten der diesjährigen MSV gehörte die Digitální továrna 2.0. Das Nationale Zentrum für Industrie 4.0 (Národní centrum Průmyslu 4.0) und seine Partner zeigten mit ihrer gemeinsamen Präsentation United by Innovation, wie Menschen, Roboter, künstliche Intelligenz und Produktionsdaten miteinander verknüpft werden. Zu sehen waren digitale Zwillinge von Maschinen und ganzen Unternehmen, industrielle 5G-Kommunikation, KI-Anwendungen in der Diagnose und Produktionssteuerung sowie Möglichkeiten, Roboter in virtuellen Umgebungen zu trainieren und die Lösungen anschließend in den tatsächlichen Betrieb zu übertragen.

Aufmerksamkeit zogen auch humanoide Robotik, ein Massageroboter, Datenbrillen und autonome mobile Roboter auf sich. Die Ausstellung war dabei mehr als eine Präsentation von Neuheiten: Unternehmen konnten mit Experten über ihre eigenen technologischen Herausforderungen sprechen und den Weg von einem digitalen Audit über die Validierung einer Lösung im Testbed bis zu ihrer Finanzierung und Einführung in der Produktion ausloten.

Robotik, 3D-Druck und traditionelle Produktionstechnologien

Der eigenständige Gemeinschaftsstand Roboty in Halle P präsentierte praktische Möglichkeiten des Robotereinsatzes in Fertigung, Handhabung und Schweißen sowie der industriellen Bildverarbeitung. Besucher konnten gegen einen Roboter in einem Logikspiel antreten und zugleich mit Experten über konkrete Automatisierungsprojekte sprechen. Ergänzt wurde die Ausstellung durch das Fachtreffen Robo Met Up, das sich Erfahrungen aus dem Betrieb, der Amortisation von Investitionen und Hindernissen bei der Einführung von Robotern widmete.

Auch die additive Fertigung erhielt mit dem Projekt 3D Expo viel Raum. Die Messe stützte sich jedoch nicht allein auf digitale Technologien. Werkzeug- und Umformmaschinen, Schweißen, Gießereitechnik, Kunststoffverarbeitung und weitere traditionelle Bereiche bildeten ihr solides Fundament. Gerade ihre Verbindung mit Automatisierung, Software und Daten zeigte, wie sich die industrielle Produktion heute verändert.

Mehr als hundert Fachveranstaltungen, Raum für persönliche Gespräche und Förderung der jungen Generation

Die diesjährige MSV stärkte das Messeformat, das neben Messeständen auch ein umfangreiches Konferenzprogramm und Networking bietet. Im Laufe der vier Tage fanden rund hundert Fachveranstaltungen und Diskussionen statt. Die Digi Stage präsentierte Fallstudien zu Digitalisierung, industrieller KI, Robotik, 5G und Cybersicherheit. Die neue Technology Stage eröffnete einen Dialog zwischen Herstellern, Kunden, Forschern und Schulen über konkrete Produktionstechnologien und berufliche Bildung.

Ein vielfältiges Programm fand auch am tschechischen Gemeinschaftsstand statt, an dem sich 13 staatliche Institutionen unter der Leitung des Ministeriums für Industrie und Handel präsentierten. Die Diskussionen konzentrierten sich vor allem auf Möglichkeiten zur Expansion in ausländische Märkte. Zum Rahmenprogramm gehörten auch die Konferenz Defenceo über die Verteidigungsindustrie und Technologien mit doppeltem Verwendungszweck sowie ein Treffen des europäischen Werkzeugbausektors von ISTMA Europe.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Rahmenprogramms war die Förderung technischer Bildung und der nächsten Generation von Fachkräften. Beide Messebühnen boten spezielle Vorträge für Schüler und Studierende zu modernen Technologien, ihrem Einsatz im Unterricht und beruflichen Möglichkeiten in der Industrie. Auf der Messe fand außerdem die 17. Ausgabe des Wettbewerbs für junge Maschinenbauer in der Programmierung von CNC-Werkzeugmaschinen (Soutěž mladých strojařů) statt. Dabei stellten 103 Schüler aus 25 berufsbildenden Sekundarschulen aus der gesamten Tschechischen Republik ihr Können unter Beweis.

Goldmedaillen kehrten in neuer Form zurück

Ein bedeutender Bestandteil der diesjährigen MSV war die Rückkehr des Wettbewerbs Zlatá medaile um die Goldmedaille, der technologische Innovationen und ihren Nutzen für die industrielle Praxis würdigte. Die MSV-Goldmedaille für Innovation in der Industrie erhielt der Hersteller und Aussteller VOPSS Řepeč s r.o. für seine modulare Ausbildungsmaschine VOSA 450. Die Jury würdigte das innovative modulare Konzept der CNC-Maschine, das praktische Ausbildung mit produktivem Einsatz in gewerblichen Betrieben verbindet und die Vermittlung des gesamten Lebenszyklus einer Maschine ermöglicht.

Eine weitere Kategorie war erstmals Exponaten der Fachmessen Plastex, Welding, ProfinTech und Fond-Ex vorbehalten. Hier gewann das finnische Unternehmen Pemamek mit seiner Lösung PEMA Scan, die das mehrlagige Roboterschweißen an die tatsächliche Geometrie des Schweißspalts anpasst.

Die dritte Goldmedaille der diesjährigen Messe wurde für ein herausragendes Hochschulprojekt vergeben. Sie ging an das Exponat BeamShape ElectronForge. Die neue Generation eines Metall-3D-Druckers auf Basis des Elektronenstrahlschmelzens des Brnoer Technologieunternehmens BeamShape feierte auf der Messe sogar ihre Weltpremiere. BeamShape entstand als Spin-off der Technischen Universität Brünn.

Sonderpreise würdigten Persönlichkeiten und langjährige Zusammenarbeit

Beim Galaabend der 67. MSV wurde erstmals die Auszeichnung Frau der Industrie (Žena průmyslu) verliehen, die die Rolle von Frauen in industriellen Branchen hervorhob. Die erste Preisträgerin war Denisa Materová, Generaldirektorin der Maschinenbaugruppe Promet Group, die vom Vorstand des tschechischen Industrie- und Verkehrsverbands für den Preis vorgeschlagen worden war. Professor Petr Demeč erhielt die Auszeichnung Persönlichkeit des tschechoslowakischen Maschinenbaus (Osobnost československého strojírenství). Der Preis von Veletrhy Brno ging an das Nationale Zentrum für Industrie 4.0 für seine langjährige Unterstützung der MSV und die Entwicklung des Projekts Digitální továrna 2.0. Den Abschluss des Galaabends bildete die Bekanntgabe der Auszeichnungen Manažer roku 2025, mit denen herausragende Persönlichkeiten der tschechischen Wirtschaft gewürdigt werden.

Auszeichnungen für das beste Industriedesign

Bekannt gegeben wurden auch die Preise für das beste Industriedesign, die das Design Centrum CzechTrade (Teil der Agentur Czech Business) und Veletrhy Brno gemeinsam vergeben. Den ersten Platz belegte Pegas-Gonda mit einer Metallbandsäge, den zweiten TAJMAC-ZPS mit einem Drehautomaten und den dritten Pragostroj mit einem 3D-Drucker. Die Auszeichnungen machten deutlich, dass Innovation bei Industrieprodukten nicht nur in technischen Leistungsdaten besteht, sondern auch in Funktionalität, Ergonomie und Design.

Die MSV 2027 findet bereits im September statt

Die nächste Ausgabe der Internationalen Maschinenbaumesse findet ausnahmsweise vom 14. bis 17. September 2027 statt. Damit rückt sie gegenüber dem traditionellen Oktobertermin um einige Wochen nach vorn. Die Änderung hängt mit der Abstimmung der MSV mit weiteren bedeutenden internationalen Industriemessen zusammen. Gemeinsam mit der 68. MSV findet auch die Fachmesse Transport a Logistika statt.

Homepage der Messe (engl.): https://www.bvv.cz/en/msv

Quelle: BVV/domus communications


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