
Eine mögliche Wiederzulassung der russischen Eishockey-Nationalmannschaft bei internationalen Bewerben stürzt die WM 2027 ins Chaos. Nachdem sechs der stärksten Teams, darunter auch Tschechien, bereits angekündigt haben, gegen Russland nicht anzutreten, zieht Deutschland als WM-Ausrichter die Möglichkeit in Betracht, die Weltmeisterschaft zurückzugeben. Bei einer Teilnahme Russlands würden sich auch die wichtigsten Sponsoren zurückziehen. Neben dem Aus von AJ droht auch Ausrüster Engelbert Strauss mit dem Rückzug. Auch die tschechischen Sponsoren Škoda Auto und Tipsport erhöhen den Druck auf den Weltverband. Ein Unteil des Sportschiedsgerichtes CAS würde die Teilnahme Russlands ermöglichen.

Tekl, das Maskottchen der Eishockey-WM 2027 in Deutschland
Bild: IIHF
Nach Bekanntwerden des CAS-Urteils formierte sich eine Front europäischer Mannschaften gegen eine Aufhebung der Sperre Russlands. Von Finnland ausgehend, haben sich Tschechien, Schweden, Dänemark und Norwegen festgelegt, nicht gegen die russische Nationalmannschaft anzutreten. Lettischen Sportlern ist es überdies per Gesetz verboten, gegen ein offizielles russisches Team zu spielen. Auch Österreich wolle laut OEHV-Geschäftsführer Alexander Helwig nicht gegen Russland spielen, möchte aber eine gemeinsame Entscheidung aller europäischer Teams.
Auch Gastgeber Deutschland lehnt eine Wiederzulassung Russlands ab und befürchtet als Organisator sportliche und finanzielle Beeinträchtigungen, die ein Massenboykott mit sich bringen würde. Es wurde auch der Sicherheitsaspekt bei den Spielen genannt, der ohne massiven finanziellen Mehraufwand gar nich zu bewältigen wäre. Deutschland erwägt daher, die Ausrichtung der WM 2027 nötigenfalls abzugeben.
Während die Schweiz noch die endgültige Entscheidung des Weltverbandes abwartet, würde wohl auch Kanada kein Spiel gegen Russland bestreiten. Premier Mark Carney hat bereits angekündigt, dass für die Junioren WM, die in Edmonton und Red Deer stattfinden, keine Visa an russische Sportler erteilt werden.
Der Präsident des tschechische Eishockeyverbandes (ČSLH), Alois Hadamczik, gab bekannt, dass sich Tschechien den europäischen Ländern anschließt, die sich weigern, bei internationalen Turnieren gegen Russland anzutreten. "Der tschechische Eishockeysport schließt sich der Haltung anderer europäischer Eishockeyverbände an, die angekündigt haben, dass ihre Nationalmannschaften nicht zu Spielen gegen Russland antreten werden", erklärte Hadamczik in einer Pressemitteilung.
"Niemand soll an der Haltung des tschechischen Eishockeys zweifeln. Von Anfang an lehnen wir die Rückkehr der russischen Nationalmannschaften zu internationalen Wettbewerben unter den gegenwärtigen Umständen eindeutig ab, und in dieser Haltung sind wir uns mit Finnland, Schweden und anderen Verbänden völlig einig. Es handelt sich weder um eine Änderung unserer Haltung noch um ein Zögern, sondern lediglich um ein verantwortungsbewusstes Vorgehen", ergänzte ČSLH-Generalsekretär Jan Černý.