
Die Neuhauser Schmalspurbahn (Jindřichohradecká úzkokolejka) hat am 3. April nach dreieinhalbjährigen Dornröschenschlaf den regulären touristischen Betrieb wiederaufgenommen. Der erste Zug fuhr um 9:11 Uhr vom Bahnhof in Neuhaus/Jindřichův Hradec in Richtung Wobratein/Obrataň in der Hochlandregion (Vysočina) ab, und eine weitere Verbindung fuhr wenige Minuten später nach Neubistritz/Nová Bystřice. Der reguläre Betrieb auf dieser Strecke war im Herbst 2022 aufgrund der Insolvenz des früheren Eigentümers eingestellt worden. Für die Wiederaufnahme sorgte das Unternehmen Gepard Express.

Eisenbahnnostalgie auf der "Bosnischen Spurweite"
Bild: Jindřichohradecká úzkokolejka
"Diese Strecke konnte nicht nur durch die Arbeit der Mitarbeiter und Freiwilligen gerettet werden, sondern auch dadurch, dass sie öffentliche Unterstützung genießt und die Menschen sie wollen", bemerkte Firmeninhaber Albert Fikáček vor der Abfahrt der Züge. Er wies auch darauf hin, dass viele Menschen bereit sind, ihre Begeisterung in Taten umzusetzen. "Praktisch jedes Wochenende haben wir Freiwilligeneinsätze", fügte er hinzu.
Auf der Schmalspurbahn werden nun während der gesamten Osterfeiertage, einschließlich Montag, täglich drei Zugpaare verkehren. Anschließend wird der Betrieb immer von Freitag bis Sonntag und ab der letzten Maiwoche bis Ende September täglich stattfinden. Der Fahrplan ist auf der Homepage von Gepard Express (PDF) verfügbar.
Die Schmalspurbahn hat zwei Strecken, beide starten in Neuhaus/Jindřichův Hradec. Die nördliche Trasse führt in etwas weniger als zwei Stunden Fahrzeit ins böhmisch-mährische Hochland, vorbei durch dichte Wälder und Hügellandschaften. Auf der Strecke liegt der sehenswerte Ort Kamnitz an der Linde/Kamnice nad Lípou mit seinem Schloss und dem jüdischen Friedhof. Ziel der Linie ist Wobratein/Obrataň/Wobratein.
Die südliche Strecke führt von der Bezirksstadt Neuhaus/Jindřichův durch das "Tschechische Kanada" bis Neubistritz/Nová Bystřice an der Grenze zu Österreich. Das Städtchen verfügt über einen historischen Stadtplatz und eine kreisförmige Stadtmauer. Interessant für Österreicher: Die Bahn kann von der Grenzstadt Neubistritz auch für einen Besuch der Bezirksstadt Neuhaus mit ihrem Bekannten Schloss samt Park und ihrer Altstadt mit italienischem Flair (siehe POWIDL-Beitrag) genutzt werden.
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