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24 Sep
Škoda JS ist exklusiver Lieferant von Reaktorsteuerungssysteme für Rolls-Royce SMR

Der Vertrag umfasst die Entwicklung sowie die Vorbereitungen für die Fertigung und Lieferung von Linearantrieben für Regelkassetten und eines eigens entwickelten Steuerungssystems für alle kleinen modularen Reaktoren (SMR) von Rolls-Royce SMR. Das tschechische Unternehmen sicherte sich die Exklusivität für die Entwicklung, Herstellung und Erprobung von Prototypen einschließlich der Qualifizierung des gesamten Reaktorsteuerungssystems. 

Bild: Škoda JS, a. s.

Škoda JS, a. s., ein Mitglied der ČEZ-Gruppe und führender europäischer Hersteller von Anlagen für die Kernenergie, konnte innerhalb kurzer Zeit bereits zum zweiten Mal einen bedeutenden Erfolg im Rahmen der globalen Lieferkette erzielen, die von dem britischen Unternehmen Rolls-Royce SMR für den SMR-Bereich aufgebaut wird. 

"Der Vertrag umfasst bereits auch die Vorbereitungen für die Serienfertigung bei Škoda JS, sowie die Grundzüge eines künftigen Vertrags über die weltweite Lieferung des Steuerungssystems für alle Rolls-Royce-SMR. Dies bedeutet für uns in Zukunft Folgeaufträge im Wert von mehr als 1 Milliarde Kronen (41 Mio. Euro) für jeden einzelnen SMR", erklärte Karel Bednář, Vorstandsvorsitzender und Geschäftsführer von Škoda JS, a. s.

Škoda JS ist eines der wenigen Unternehmen, die über die Technologie verfügen

"Škoda JS hat bewiesen, dass es als eines der wenigen Unternehmen in Europa in der Lage ist, eine der wichtigsten Komponenten unseres Kraftwerks zu liefern. Wir sind stolz darauf, dass Škoda JS unser Partner geworden ist. Unsere Zusammenarbeit zeigt die klaren Vorteile, die dieses Projekt für Industrieunternehmen mit sich bringt", fügte Chris Cholerton, Geschäftsführer von Rolls-Royce SMR, hinzu.

Das Reaktorsteuerungssystem ist eine der wichtigsten Anlagen für den Betrieb jedes Kernkraftwerks, und gerade bei SMR muss es unter anderem auch die große Flexibilität dieser Energiequelle gewährleisten. Das System, an dessen Entwicklung Škoda JS bereits für die SMR von Rolls-Royce arbeitet, umfasst einen Satz von 89 Linearantrieben für die Regelkassetten sowie ein eigens entwickeltes Steuerungssystem. Jeder Antrieb ist ein einzigartiger elektromechanischer Linearmotor mit einer Länge von fast 8 Metern und einem Gewicht von 450 Kilogramm, der die Position der Regelkassette im Inneren des Reaktors in allen Betriebsmodi sicher steuert.

Škoda JS arbeitet bereits seit dem Vorjahr an der Entwicklung eines Prototypen

Škoda JS arbeitet bereits seit 2025 an der Entwicklung eines Prototypen der Antriebe und des gesamten SMR-Steuerungssystems für Rolls-Royce. Diese sollen etwa im Jahr 2028 fertiggestellt und testbereit sein. Im Gegensatz zu den schweren Bauteilen des Primärkreislaufs (Reaktorbehälter, dessen Deckel und weitere), die in der Reaktorhalle oder der nahegelegenen ehemaligen Härterei hergestellt werden, ist die Serienproduktion der Antriebe und des gesamten SMR-Steuerungssystems in den bewährten, leichteren Betriebsstätten des Unternehmens in Pilsen-Bolevec (Bolewetz) vorgesehen. Dort hat Škoda JS Entwicklungs- und Produktionsanlagen, einschließlich einer eigenen Prüfhalle errichtet und kann auch in diesem Bereich auf langjährige Referenzen verweisen. Bislang hat das Unternehmen dort insgesamt mehr als 3.600 Antriebe verschiedener Typen für WWER-Reaktoren hergestellt und geliefert. 

Detailliertere Spezifikationen des Reaktorsteuerungssystems bzw. der Antriebe für die Regelkassetten

Die Antriebe für SMR (und andere Reaktoren) sind hochentwickelte Vorrichtungen, die gemeinsam mit ihrem I&C-System die Kernreaktion steuern. Sie sind im oberen Block des Kernreaktors oberhalb seines Deckels untergebracht. Es handelt sich um Schlüsselkomponenten des Reaktorsicherheitssystems. Sie gewährleisten eine stabile Leistung des Reaktors und ermöglichen dessen Regelung einschließlich einer sicheren Abschaltung innerhalb weniger Sekunden.

Den Antrieb für das SMR-Projekt der Firma Rolls-Royce SMR Ltd. (RR SMR) hat Škoda JS als linearen Schrittantrieb konzipiert. Sein Konzept basiert auf einem bewährten Škoda-Typ, und für RR SMR hat das Unternehmen eine völlig neue Ausführung entwickelt, die sich durch besondere Merkmale auszeichnet.

Diese unterscheiden sich beispielsweise durch höhere Anforderungen an die Zugkräfte, sowie durch eine andere Art der Anordnung im begrenzten Raum des oberen Blocks des kleinen modularen Reaktors. Das RR-SMR-Projekt wird im sogenannten borfreien Betriebsmodus arbeiten (im Gegensatz zu anderen Kernkraftwerksblöcken vom Typ PWR und VVER). Von den neuen SMR-Reaktorblöcken wird zudem eine deutlich höhere Flexibilität bei der Leistungsregelung erwartet, insbesondere im Hinblick auf den gemeinsamen Betrieb mit anderen emissionsfreien Energiequellen im Rahmen der Energieverteilungsnetze. All dies stellte und stellt weiterhin zusätzliche Anforderungen an die Entwicklung neuer Antriebe für diesen Reaktortyp.

Im oberen Block eines SMR werden insgesamt 89 Antriebe untergebracht sein. Im Vergleich dazu sind es im Reaktor vom Typ WWER 1000/320 in Temelín 61 und im WWER 440/213 in Dukovany 37 Antriebe. Während der garantierten 60-jährigen Lebensdauer eines SMR muss dieser Antrieb in der Lage sein, mehr als 9 Millionen präzise gesteuerte Arbeitsschritte und bis zu 2.000 Blockabschaltungen mit einer etwa 60 Kilogramm schweren Regelkassette unter anspruchsvollen Betriebsbedingungen im Inneren eines Kernreaktors durchzuführen. Dies stellt hohe Anforderungen an die Strahlungs- und Temperaturbeständigkeit der verwendeten Komponenten. Škoda JS wird viele seiner bereits im Betrieb bewährten Lösungen und Schlüsselkomponenten/-materialien aus dem Bereich der VVER-Antriebe nutzen.

Quelle: Škoda JS/Press


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