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27 Jan
Regierung beauftragt ČEZ, tschechische Flüssiggasreserven zu sichern

Die tschechische Regierung beauftragte das teilverstaatlichte Energieunternehmen ČEZ, sich an der Auktion zwecks Verlängerung der Abnahmen von Flüssiggas im niederländischen Eemshaven zu beteiligen. Der derzeitige Vertrag, der bis zu einem Drittel des jährlichen Gasverbrauchs des Landes sicherstellt, läuft Ende nächsten Jahres aus. Ohne diese Kapazitäten drohe Tschechien im Jahr 2028 eine Gasversorgungslücke. Dies erklärte der Minister für Industrie und Handel, Karel Havlíček (ANO), auf einer Pressekonferenz. ČEZ hat sich ab 2027 auch Kapazitäten aus Deutschland gesichert, die Fertigstellung des Terminals Stade wird sich laut Havlíček aber verzögern.

Symbolbild: GettyImages

Eemshaven in den Niederlanden war der erste LNG-Terminal, der seit Beginn des Krieges in der Ukraine in Europa in Betrieb genommen wurde. Das erste Schiff lief im September 2022 ein. Die Anlage kann acht Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr verarbeiten, davon können bis zu drei Milliarden in die Tschechische Republik geliefert werden. Neben ČEZ sicherten sich damals auch andere bekannte Energieunternehmen, darunter das britisch-niederländische Unternehmen Shell und das französische Unternehmen Engie, Kapazitäten vom Terminal.

Bauverzögerung des deutschen LNG-Terminal Stade setzt Tschechien unter Druck

Außerdem sicherte sich die ČEZ 2023 auch Kapazitäten von dem im Bau befindlichen Onshore-LNG-Terminal Stade in Deutschland, wo bereits im nächsten Jahr die Gasförderung starten sollte. Laut Havlíček verzögert sich die Fertigstellung des Terminals jedoch. Angeblich sind vertragliche Streitigkeiten die Ursache. "Es könnte also passieren, dass wir 2028, und vielleicht sogar noch 2029, kein Gas aus Deutschland beziehen können und der Vertrag in Eemshaven wäre dann bereits ausgelaufen. Angesichts dieser außergewöhnlichen Situation haben wir ČEZ beauftragt, an der Auktion teilzunehmen um weitere Kapazitäten zu sichern", so der Industrieminister.

Regierung will kein Risiko eingehen

Havlíčeks Angaben zufolge musste die Regierung innerhalb kürzester Zeit über die Teilnahme von ČEZ an der Auktion entscheiden. "Auch wenn derzeit genügend Gas auf dem Markt verfügbar ist, haben wir uns entschieden, kein Risiko einzugehen", fügte er hinzu. Details zu den möglichen Kosten für neue Kapazitäten in den Niederlanden oder zum benötigten Gasvolumen nannte der Minister nicht.

Nach den ursprünglichen Plänen sollte Tschechien ab 2027 für mindestens 15 Jahre im Terminal Stade in der Nähe von Hamburg zwei Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr zur Verfügung haben, was mehr als einem Viertel des aktuellen Inlandsverbrauchs entsprechen würde.


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