Web Analytics
03 Jun
Milliardär Daniel Křetínský bereitet Mega-Energiedeal vor

Es geht um den deutschen staatlichen Gaskonzern Uniper. Der deutsche Staat muss laut EU-Bestimmungen 75 Prozent des Unternehmens abgeben, obwohl der Konzern in der Gaskrise mit öffentlichem Kapital von 20 Milliarden Euro vor der Pleite gerettet wurde. Daniel Křetínský bewirbt sich um die Übernahme gleich auf zwei Ebenen. Einerseits mit seiner tschechischen EPH Holding, andererseits mit dem französische Energiekonzern TotalEnergies, an dem Křetínskýs EPH seit kurzem eine Beteiligung von rund vier Prozent hält. 

EPH - Flexible Stromerzeugung

Bild: EPH Flexible power/L1190717

Uniper ist der größte deutsche Gasimporteur, der zudem über Produktionskapazitäten mit einer Gesamtleistung von 22,5 Gigawatt verfügt, was in etwa der Gesamtleistung aller Kraftwerke in Tschechien entspricht. Laut der Agentur Reuters, unter Berufung auf vertraute Quellen, beläuft sich der Wert dieses deutschen Energiekonzerns auf zehn Milliarden Euro, der jedoch auch höher sein könnte. Křetínský genießt als internationaler Geschäftsmann einen guten Ruf und seine Holding verfügt auch über das nötige Kapital, jedoch ist die Konkurrenz groß. 

Křetínský sieht sich harter Konkurrenz ausgesetzt

Zu den Hauptkonkurrenten zählen laut Reuters der kanadische Pensionsfonds CPPIB, die Investmentgesellschaft Brookfield, ebenfalls aus Kanada und der norwegische Gaskonzern Equinor. Möglicherweise beteiligt sich auch Deutschlands größter Stromerzeuger RWE an der Ausschreibung. Das deutsche Handelsblatt führt zusätzliche Interessenten wie den schwedischen Energiekonzern Vattenfall, die australische Investmentgruppe Macquarie sowie die beiden internationalen Rohstoffhändler Gunvor aus der Schweiz und Trafigura aus Singapur an. 

Viele Verkaufskriterien noch unklar

Das deutsche Finanzministerium wird sich vermutlich eine Sperrminorität von 25 Prozent behalten. Offen ist ebenfalls, in welcher Form der Verkauf ablaufen soll. Es könnte beispielsweise vorerst nur einen Teil der Aktien verkauft und den Rest später an der Börse angeboten werden. Laut einer Quelle des tschechischen Wirtschaftsmagazin e15 ist zudem unklar, ob die einzelnen Vermögenswerte letztendlich separat oder als Paket veräußert werden. Dazu kommt, inwieweit die deutsche Regierung ein Mitspracherecht eingeräumt haben möchte.


Werbung/Inzerce


POWIDL-Newsletter 

Politik • Wirtschaft • Sport • Reisetipps • Kultur

Deutschsprachige News aus Tschechien alle 14 Tage kostenlos in Ihrer Mailbox!

Jetzt anmelden

Kommentare
* Die E-Mail-Adresse wird nicht auf der Website veröffentlicht.