
Völlig überraschend konnte sich der tschechische Milliardär Daniel Křetínský die Mehrheitsanteile an dem englischen Fußballklub West Ham United sichern und somit die Kontrolle über den Traditionsverein übernehmen. Priorität hat nun der Wiederaufstieg in die Premier League. Dies wurde von der britischen Zeitung "The Times" veröffentlicht und gegenüber dem tschechischen Wirtschaftsmagazin e15 von Křetínskýs EPH-Gruppe bestätigt.

Eröffnungsspiel 2016 im Londoner Olympiastadion, der Heimstätte von West Ham
bILD: By Egghead06 - Own work, CC BY-SA 4.0
Der endgültige Vertragsabschluss soll diese Woche erfolgen, gilt aber als gegessen. "Es ist mir eine große Ehre, die Gelegenheit zu haben, größter Anteilseigner dieses großartigen Vereins zu werden. Ich bin mir der Verantwortung bewusst, die damit einhergeht, und nehme sie nicht auf die leichte Schulter. Ich möchte allen bestehenden Aktionären für ihre konstruktiven Bemühungen danken, dank derer es möglich war, dieses Ergebnis zu erzielen und dem Verein die Sicherheit zu geben, die er in dieser kritischen Zeit benötigt", erklärte Křetínský.
Ehemalige Newcastle-Direktorin wurde von Křetínský ausgebremst
Křetínský hat mit den verbleibenden Aktionären der Hammers, darunter dem ehemaligen Vorsitzenden David Sullivan, eine Vereinbarung über die 25 Prozent des Vereins, die sich im Besitz der Familie Gold befinden, getroffen, wodurch sich sein Anteil auf 46 Prozent erhöht. Überraschend ist es deshalb, weil es ihm gelang, die ehemaligen Newcastle-Direktorin Amanda Staveley auszubooten, der ursprünglich die größeren Chancen auf eine Beteiligung eingeräumt wurden.
Zweitgrößter Aktionär steht unter Verdacht des sexuellen Mißbrauchs
Auf West Ham und Křetínský kommt jedoch noch ein weiteres Problem zu. Im Zuge des Deals erhöht sich auch der Anteil von David Sullivan am Verein von 38,8 Prozent auf 40 Prozent. Dieser wurde wiederum von sieben Frauen wegen "sexuell ausbeuterischen und räuberischen Verhaltens", das bis in die 1980-er Jahre zurückreicht, und aus seiner Zeit als Herausgeber von Erwachsenen- und Boulevardzeitungen wie dem Daily Sport stammt, beschuldigt. Sullivan ist auf Grund der Anschuldigungen als Co-Vorsitzender und Direktor zurückgetreten und erklärte, er wolle diese bekämpfen. Gegen Sullivan liegt bereits seit 2023 aufgrund einer Untersuchung des englischen Fußballverbands (FA), des Vereins und der örtlichen Behörde ein privates Kontaktverbot zu den Frauen- und Jugendmannschaften von West Ham United vor.
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