
Gesundheitsminister Adam Vojtěch erwägt mögliche Maßnahmen in Bezug auf den Alkoholkonsum in Tschechien. Mit dem Vorschlag, den Verkauf von Alkohol nach 21 Uhr zu verbieten, stieß er jedoch bei den Koalitionspartnern Motoristen und SPD auf Widerstand. Deren Vertreter sprechen vor allem davon, den Schwerpunkt auf Prävention zu legen.Die Vertreter der Opposition plädieren unter anderem für eine Regulierung der Werbung für Alkohol oder eine Einschränkung des Online-Verkaufs. Vojtěch will über weitere mögliche Maßnahmen mit Experten und anderen Ministerien beraten.

Bild: Site123/GettyImages
"Wir sollten etwas gegen den übermäßigen Alkoholkonsum unternehmen, der hier im Vergleich zu anderen Ländern nach wie vor existiert und negative Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit hat", betonte Vojtěch. Über seinen Vorschlag, ein Verbot des Alkoholverkaufs nach 21 Uhr, werde bereits diskutiert. "Ich sehe es so, dass dies eine positive Wirkung hätte, aber ich respektiere, dass die Koalitionspartner in dieser Hinsicht eine andere Sichtweise haben", erklärte Vojtěch zur ablehnenden Haltung der SPD und der Motoristen. Derer Meinung nach würde ein Verkaufsverbot keinen Nutzen bringen.
"Das ist völliger Wahnsinn, das werden wir niemals zulassen", meinte Sportminister Boris Šťastný (Motoristen) über die Idee seines Ministerkollegen. "Für uns ist es wichtig, Kinder und Jugendliche zu schützen, deshalb fördern wir den Sport, damit die Kinder auf dem Spielplatz sind und keine Affinität zu Suchtmitteln entwickeln", egänzte er.
Ähnlich äußerte sich auch der stellvertretende Vorsitzende der SPD, Radim Fiala. "Was Erwachsene betrifft, ist das Verbot, nach 21 Uhr ein Bier zu trinken, eine sinnlose Regelung, die nichts bringen wird", sagte er und betonte die Notwendigkeit der Prävention.
Opposition: "Neue Steuern und Einschränkungen bei Werbung und Onlineverkauf"
Auch Vertreter der Oppositionsparteien brachten verschiedene Vorschläge ein. So würde beispielsweise Barbora Pipášová, Abgeordnete der Piraten, Wein extra besteuern - was ihrer Meinung nach schon längst hätte geschehen sollen. Michaela Šebelová (STAN), Mitglied des Gesundheitsausschusses des Abgeordnetenhauses, sprach ihrerseits von einer Einschränkung des Online-Verkaufs von Alkohol. "Wenn man Alkohol kauft, reicht es aus, anzuklicken, dass man 18 Jahre alt ist, und anschließend überprüft niemand mehr etwas", kritisierte sie und fügte hinzu, dass sie entsprechende Änderungsanträge vorbereitet habe.
"Dass Alkohol entsprechend seinem Ethanolanteil besteuert wird, ist unserer Meinung nach die gerechteste Lösung; wir unterstützen auch eine sinnvolle Regulierung der Werbung", erklärte Štěpán Slovák (ODS), ein weiteres Mitglied des Gesundheitsausschusses. Er fügte hinzu, dass Vojtěch seiner Ansicht nach zwar Themen in die öffentliche Debatte einbringe, aber keine konkreten Vorschläge unterbreite.
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