
Der allmähliche Niedergang der gewohnten Weltordnung und die Schwächung langjähriger Allianzen, darunter auch der zwischen Europa und den Vereinigten Staaten, werden die Hauptthemen der diesjährigen 62. Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) sein, die vom 13. bis 15. Februar stattfinden wird. Dutzende Staatschefs werden an der Konferenz teilnehmen, darunter der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz, der französische Präsident Emmanuel Macron und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj. Die amerikanische Delegation wird von Außenminister Marco Rubio geleitet. Tschechien wird durch Präsident Petr Pavel und die Außen- und Verteidigungsminister Petr Macinka und Jaromír Zůna vertreten sein.

Bild: MSC
Laut Konferenzleiter Wolfgang Ischinger wird die diesjährige Ausgabe für die transatlantischen Beziehungen von entscheidender Bedeutung sein. Sie wird sich mit Sicherheitsfragen im euro-atlantischen Raum befassen, aber wie in den letzten Jahren auch darüber hinaus. Laut Ischinger wird sie sich auf die Schwächung der nach dem Zweiten Weltkrieg geschaffenen Weltordnung, das Nachlassen der transatlantischen Allianz, aber auch auf aktuelle Konflikte in der Welt konzentrieren, darunter den Krieg in der Ukraine und die Spannungen um den Iran und Venezuela. Auch Phänomene, die zu Krisen beitragen oder diese beeinflussen, wie Klimawandel, Gesundheit, Ernährung oder künstliche Intelligenz, werden nicht außer Acht gelassen.
Ende Januar sagte Ischinger, dass die bevorstehende Sicherheitskonferenz möglicherweise die wichtigste für die transatlantischen Beziehungen in ihrer mehr als 60-jährigen Geschichte sein werde. "Wir können uns der transatlantischen Allianz nicht mehr so sicher sein", sagte er in einem Interview mit der Nachrichtenagentur ČTK und anderen ausländischen Journalisten. Die Konferenz sei unter anderem eine Gelegenheit für Amerikaner und Europäer, sich zu treffen und einige Standpunkte zu klären.
Insgesamt werden mehr als sechzig Staats- und Regierungschefs, sowie zahlreiche Außen- und Verteidigungsminister sowie Hunderte weiterer Gäste zur Konferenz nach München kommen. Tschechien wird wie im letzten Jahr von Präsident Pavel vertreten, außerdem werden Außenminister Macinka (Motoristen) und Verteidigungsminister Zůna anreisen.
Laut Angaben der Prager Präsidentschaftskanzlei wird Pavel an Podiumsdiskussionen teilnehmen, bilaterale Gespräche führen und gemeinsam mit dem Schriftsteller Jáchym Topol und dem ehemaligen tschechischen Botschafter in Deutschland, Tomáš Kafka, an einem Literaturabend teilnehmen.
Auch Außenminister Macinka hat bilaterale Gespräche mit ausländischen Partnern auf dem Programm. Er betonte, dass er Präsident Pavel, zu dem er ein angespanntes Verhältnis hat, auf der Konferenz nicht aufsuchen werde.
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