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22 Nov
Tschechien und Ukraine unterzeichnen Abkommen im Schulwesen

Die Tschechische Republik und die Ukraine haben ein Abkommen über die Zusammenarbeit im Bildungsbereich geschlossen. Ziel der Vereinbarung ist unter anderem die Vereinheitlichung der Bildungs- und Unterrichtspraktiken. So wird beispielsweise der Online-Unterricht von Tschechien aus an ukrainischen Schulen für ukrainische Schüler eingeschränkt. Dies erklärten Bildungsminister Vladimír Balaš (STAN) und sein ukrainischer Amtskollege, Serhiy Shkarlet, am 22. November bei der Unterzeichnung des bilateralen Abkommens. Es betrifft alle Bildungsebenen. Die Ukraine und die Tschechische Republik werden die Lehrpläne und Lehrinhalte des jeweils anderen Landes gegenseitig anerkennen.

Unterzeichnung des Abkommens durch die Bildungsminister Shkarlet (Ukraine) und Balaš (Tschechien)

Bild: Facebook/Vladimír Balaš

Nach Angaben auf der Website des Bildungsministeriums erhalten die ukrainischen Schülerinnen und Schüler am Ende des Schuljahres ein Zertifikat, mit dem ihre Ausbildung während ihres Aufenthalts in der Tschechischen Republik anerkannt wird. Für die berufliche Sekundar- und Hochschulbildung wird es möglich sein, die erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten mit Hilfe des Europass-Dokuments zu bewerten.

In den Grundschulen zum Beispiel, so Balaš, wird der Online-Unterricht für ukrainische Kinder, die in der Tschechischen Republik eine Vollzeitgrundschule besuchen, eingeschränkt. Dieser Fernunterricht wird von Schulen in der Ukraine angeboten, die die Kinder besuchten, bevor sie wegen der russischen Invasion in die Tschechische Republik flohen. Nach Ansicht des Ministers führte der doppelte Unterricht häufig zu einer Überlastung der Kinder. So sollte der neue Fernunterricht den Schülern nur die ukrainische Sprache und die ukrainischen Gegebenheiten vermitteln.

"Die meisten Fächer, in denen ukrainische Kinder in tschechischen Schulen unterrichtet werden, werden auch weiterhin unterrichtet und anerkannt werden. Nur die typisch ukrainischen Themen, wie ukrainische Sprache oder ukrainische Geschichte, werden online gestellt. Dadurch wird die Zahl der Fächer, die online unterrichtet werden, reduziert", so Balaš.

Der Besuch der Grundschule ist für ukrainische Flüchtlinge in der Tschechischen Republik seit September Pflicht. Nach Angaben der Sprecherin des Ministeriums, Aneta Lednová, sind Anwesenheitskontrollen nicht in der Zuständigkeit des Bildungsministeriums. Verstöße gegen die Schulpflicht werden von der Behörde für den sozialen und rechtlichen Schutz von Kindern (OSPOD) geahndet. Ukrainer, die ihre schulpflichtigen Kinder nicht in tschechische Grundschulen schicken, müssen zum Beispiel mit Einschränkungen bei der Zahlung von Sozialleistungen rechnen. Das Ministerium für Arbeit und soziale Angelegenheiten hat einen Überblick über die Leistungszahlungen.


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