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12 Aug
Verbände machen gegen illegale Sportkanäle mobil

Laut dem Verband der kommerziellen Fernsehsender (AKTV) nehmen kostenpflichtige illegale Streams in Tschechien zu und bieten ganze Pakete von Fernsehkanälen einschließlich Premium-Sportübertragungen an, ohne dass sie über Verträge mit den Sendern zur Ausstrahlung dieser Inhalte verfügen. Die Pirateriedienste geben sich somit als völlig legal aus und führen die Zuschauer häufig in die Irre. Auch auf europäischer Ebene ist es nicht gelungen, das Problem nennenswert einzudämmen. Die Europäische Kommission stellte in ihrer Bewertung fest, dass es trotz einiger positiver Auswirkungen nicht gelungen sei, das Gesamtniveau der Piraterie bei Live-Veranstaltungen deutlich zu senken.

Symbilbild: Site123/GettyImages

"Die Piratenkanäle konzentrieren sich vor allem auf Premium-Live-Inhalte, insbesondere auf inländischen und ausländischen Fußball, Eishockey, Tennis, Motorsport oder Kampfsport“, sagte die Sekretärin der AKTV, Marie Fianová. Ihr zufolge professionalisiert sich das illegale Angebot in Tschechien weiter, und illegale Dienste können den Anschein eines legalen und legitimen Angebots erwecken.

Neben einzelnen Streams handelt es sich dabei vor allem um kostenpflichtige IPTV- und OTT-Dienste, die ohne Verträge mit den Sendern ganze Sportkanäle übernehmen und einen Parallelmarkt zum Fernsehrundfunk schaffen. IPTV verbreitet Fernsehinhalte über das Internetprotokoll, in der Regel innerhalb des Netzes des Anbieters, während OTT-Dienste diese direkt über das Internet bereitstellen, ohne dass eine Kabel- oder Satellitenverbindung erforderlich ist.

Die AKTV und ihre Mitglieder bemühen sich, die Entfernung oder Sperrung illegaler Dienste auf zivilrechtlichem Wege zu erreichen. In Fällen des organisierten und kommerziellen Betriebs von illegalen IPTV-Diensten erstatten sie zudem Strafanzeige.

Laut Zdeňka Zimová, der leitenden Juristin der Nova-Gruppe, nimmt die Zahl der Betreiber illegaler OTT-Dienste zu. Die diesjährigen Fälle von Bitplay und Sleduje.me zeigen, dass es sich nicht nur um einzelne Piraten-Streams handelt, sondern auch um organisierte Dienste, die gegen eine regelmäßige Gebühr Dutzende bis Hunderte von Fernsehkanälen einschließlich Premium-Sportübertragungen anbieten.

Der Dienst Bitplay wurde bereits Mitte des Jahres 2025 von der AKTV identifiziert. Nach einer Strafanzeige und Ermittlungen durch die tschechische Polizei gelang es im Februar 2026, den Betrieb einzustellen. Der Dienst hatte Premium-Sportkanäle und Live-Übertragungen von Sportveranstaltungen unrechtmäßig zugänglich gemacht.

Im Mai machte die Website Televizníweb.cz dann auf den Dienst Sleduje.me aufmerksam, der mehr als 200 Fernsehsender, darunter auch Premium-Sportkanäle, zu einem deutlich niedrigeren Preis als legale Anbieter anbot. Er bot auch die tschechischen Sportkanäle von Oneplay Sport an. In der Slowakei bemühten sich der Slowakische Verband der Kabelfernsehanbieter und der Fernsehsender JOJ um dessen Sperrung.

Laut Zimová akzeptieren die Betreiber solcher Dienste häufig Zahlungen in Bitcoin oder über andere alternative Zahlungsmethoden, was die Rückverfolgung des Empfängers erschweren kann. Illegale Betreiber zahlen ihrer Aussage nach keine Steuern auf ihre Einnahmen aus den Gebühren, was sich auch auf die öffentlichen Haushalte auswirkt.

"Kunden, die statt eines Oneplay-Abonnements lieber eine geringe Gebühr bei einem illegalen Anbieter zahlen, gehen ein großes Risiko ein, dass ihre Zahlungsdaten missbraucht werden, ihr Computer mit Malware infiziert wird und Ähnliches, was bei diesen Seiten sehr häufig vorkommt", fügte Zimová hinzu.

Empfehlung der Europäischen Kommission

Die Europäische Kommission hat im Mai 2023 eine Empfehlung gegen die Online-Piraterie von Sport- und anderen Live-Veranstaltungen herausgegeben. Den Mitgliedstaaten, Rechteinhabern und Dienstleistern schlug sie unter anderem eine schnellere Entfernung illegaler Inhalte, einen umfassenderen Einsatz dynamischer Sperren und eine bessere Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Parteien vor. Die Empfehlung war jedoch nicht rechtsverbindlich.

Nach zwei Jahren bewertete die Kommission deren Auswirkungen. In einem Dokument stellte sie fest, dass die Empfehlung zwar einige positive Auswirkungen hatte, das Gesamtniveau der Piraterie bei Live-Veranstaltungen jedoch nicht deutlich gesenkt hat. Als Problem nannte sie unter anderem die unzureichend wirksame Bearbeitung von Meldungen durch einige Diensteanbieter sowie die mangelnde Bereitschaft eines Teils der Vermittler, mit den Rechteinhabern zusammenzuarbeiten.


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