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05 May
CSG-Aktie bricht ein - Hunterbrook stellt Geschäftsmodell in Frage

Trotz ausgezeichneter Auftragslage ist die Aktie des Rüstungsunternehmen CSG (Czechoslovak Group) auf Talfahrt. Das Papier notiert seit 23. Jänner 2026 an der Börse Amsterdam und wird auf dem freien Markt der Prager Börse gehandelt. Nach dem Ausgabekurs von 25 Euro ging es kurzfristig über 30 Euro, danach jedoch steil bergab. Derzeit steht man bei 16,40 Euro (Stand 5.5.26). In den letzten Tagen verlor die Aktie rund ein Fünftel an Wert. Auschlaggebend war eine Analyse vom investigativen Nachrichtenportal Hunterbrook, die das beim Börsengang eingebrachte Geschäftsmodell der CSG-Group anzweifelt.

Bild: CSG

"Es schien, als könne die Lage für die CSG-Aktie nicht mehr schlechter werden, doch der neuste Bericht des Investmentportals Hunterbrook treibt den Kurs auf neue Tiefststände!, erklärte Petr Lajsek, Analyst bei Purple Trading. "Hunterbrook wirft in seinem Bericht Fragen auf, die direkt den Kern des Investitionsgeschäfts betreffen. Die zentrale These lautet, dass die CSG nicht in dem Maße ein Munitionshersteller ist, wie es die Präsentation des Unternehmens suggeriert, sondern dass ein wesentlicher Teil des Geschäfts auf dem Einkauf, der Aufbereitung und dem Weiterverkauf bestehender Bestände beruht", fügte Lajsek in seinem Kommentar hinzu.

Hunterbrook weist auf angebliche unberücksichtigte Risiken hin

Weiters führt Hunterbrook in dem Bericht mehrere weitere Risiken aus, die Investoren nach Meinung der Portalbetreiber bei der Bewertung des Konzerns möglicherweise nicht vollständig berücksichtigt haben. Er weist auf Unklarheiten hinsichtlich der tatsächlichen Produktionskapazität der CSG bei großkalibriger Munition, den Rahmencharakter des slowakischen Vertrags über Munitionslieferungen sowie auf den Streit mit dem Minderheitsaktionär Petr Kratochvíl hin, der laut den Autoren eine deutlich höhere Abfindung für seinen Anteil fordert.

Bedenklich: Hunterbrooks gibt zu, auf fallende Kurse zu wetten

In dem Bericht wird auch auf die Aussetzung der Einkäufe bei der spanischen Munitionsfabrik FMG durch die NATO-Beschaffungsagentur aufgrund des Verdachts auf mögliche Unregelmäßigkeiten hingewiesen. Hunterbrooks befürchtet Transaktionen mit involvierten Personen vor dem Börsengang der CSG. Das Portal gibt jedoch gleichzeitig zu, dass sein Investmentarm CSG-Aktien shortet (auf fallende Kurse wettet). 

Die CSG weist die veröffentlichten Schlussfolgerungen entschieden zurück

Keineswegs überraschend wehrt sich der Rüstungskonzern vehement gegen die veröffentlichten Schlussfolgerungen von Hunterbrook. 

"Der Text enthält Ungenauigkeiten, selektive Interpretationen und verzerrende Behauptungen. Insbesondere weist die CSG jegliche Andeutungen entschieden zurück, dass ihr Prospekt oder die nachfolgenden Veröffentlichungen unvollständig oder irreführend gewesen seien. Das Unternehmen steht hinter der Integrität und Richtigkeit seiner IPO-Unterlagen sowie der gesamten Kommunikation nach dem Börsengang", heißt es in der Erklärung, die zudem betont, dass alle Dokumente zum Börsengang, sowie die nachfolgende Kommunikation aller Fakten den regulatorischen Anforderungen entsprechen und den gesetzlichen Vorschriften genügen.

Hunterbrook ist kein klassisches Medium. Es handelt sich um eine amerikanische investigative Plattform, die ihre Artikel ohne Werbung und Paywall veröffentlicht, ihr Geschäftsmodell jedoch darauf aufbaut, dass ihre Erkenntnisse rechtliche oder investitionsbezogene Auswirkungen haben können. Das Unternehmen gibt selbst an, dass es mit Anwaltskanzleien zusammenarbeiten und ausgewählte Reportagen mit dem verbundenen Fonds Hunterbrook Capital teilen kann, sofern diese keine nicht öffentlichen kursrelevanten Informationen enthalten.


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