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13 Jun
Der größte Gasverteiler in der Tschechischen Republik steht zum Verkauf

Der Verkauf von GasNet, dem größten Gasverteiler Tschechiens, wurde von einem Investorenkonsortium unter der Leitung von Macquarie Asset Management (MAM) eingeleitet, berichtet die Wirtschaftszeitung Hospodářské noviny (HN) unter Berufung auf Quellen aus der Energiebranche. Der Verkaufspreis wird sich vermutlich im fünfstelligen Milliarden-Kronen-Bereich bewegen.

Bild: Facebook/GasNet

GasNet liefert Erdgas an Haushalte und Unternehmen in der gesamten Tschechischen Republik, mit Ausnahme von Prag und der Region Südböhmen, verwaltet 65.000 Kilometer Pipelines und hat mehr als 2,3 Millionen Kunden. Nach Angaben von HN soll der Verkaufsprozess von London aus gesteuert werden, wo ein Investorenkonsortium unter der Leitung des australischen Unternehmens MAM ansässig ist. Zu dem Konsortium gehören auch die British Columbia Investment Management Corporation und Allianz Capital Partners. Vonseiten der Betroffenen herrscht jedoch absolutes Stillschweigen zu dem Thema, berichteten die HN.

Das Konsortium erwarb 50,04 Prozent im Jahr 2019 vom deutschen Energiekonzern RWE für 1,8 Milliarden Euro (damals 46,2 Milliarden CZK). RWE bewertete das Unternehmen mit 3,6 Milliarden Euro (etwa 85 Milliarden CZK zum aktuellen Wechselkurs). Macquarie hielt zuvor etwas weniger als die Hälfte von GasNet. Es stieg 2013 mit 35 Prozent in das Unternehmen ein und erhöhte seinen Anteil schrittweise. Derzeit ist das Konsortium der alleinige Eigentümer des Unternehmens.

Laut Petr Dědeček, Direktor von Patria Corporate Finance, lässt sich der Verkauf in der Tschechischen Republik durch das Ende des Investitionshorizonts des Hauptfonds von Macquarie erklären. "Letztes Jahr haben sie auch Gasanlagen in Österreich und Deutschland verkauft", sagte er gegenüber HN. Er geht davon aus, dass der Preis etwas unter dem 10-fachen des operativen EBITDA liegen wird.

Das Ergebnis der Transaktion wird vom Staat genau überwacht werden, da der Verkauf solcher strategischer Vermögenswerte an ausländische Investoren gemäß der tschechischen Gesetzeslage genehmigungspflichtig ist.

Der Nettogewinn von GasNet sank im vergangenen Jahr um 35 Prozent gegenüber dem Jahr davor, auf 1,89 Mrd. Kronen (80 Mio. Euro). Die Einnahmen des Unternehmens gingen ebenfalls um sieben Prozent zurück und fielen auf 14,4 Milliarden Kronen (605 Mio. Euro). Nach Angaben von GasNet hatten die Auswirkungen des Konflikts in der Ukraine und die damit verbundene Energiekrise einen erheblichen Einfluss auf das Ergebnis.


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