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25 Jan
Staatliche IT: Nationale Cloud und Ausbau des Rechenzentrums

Laut der Wirtschaftszeitung E15 plant der tschechische Staat eine Verdreifachung der Kapazität seines Rechenzentrums, das sich im Dorf Zeleneč (Selenetsch) bei Prag befindet. Die Vorbereitungen für den Start einer nationalen Cloud sind somit im Gange. Der Ausbau ist wichtig für den Betrieb der notwendigen Informationssysteme des Landes, die von zwei hochsicheren Datenkomplexen betrieben werden. Diese sind dem Staatichen Zentrum für geteilte Dienstleistungen (SPCSS) unterstellt.

Symbolbild: Pixabay

Das SPCSS betreibt seit langem ein Datenzentrum an seinem Hauptsitz an der Prager Adresse Na Vápence. Dieses konnte nicht erweitert werden, so dass 2019 ein neues Rechenzentrum in Zelenč eröffnet wurde. Beide Einrichtungen sind für den Betrieb von Systemen der Sicherheitsstufe 4, also für kritische Daten, ausgerüstet.

Das Grundstück in Zeleneč gehörte ursprünglich dem Innenministerium, das es für 50 Millionen Kronen (2 Mio. Euro) an das SPCSS übertrug. Das staatliche Unternehmen baute hier zunächst die erste Stufe für rund 230 Mio. Kronen (9,3 Mio. Euro). Die Arbeiten an den beiden anderen Stufen haben nun begonnen. Jede dieser Etappen wird etwa 200 Mio. Kronen (8,1 Mio. Euro) kosten. Geplant sind in Zeleneč drei Gebäude für die Unterbringung von Servern und sonstige technische Ausrüstung. Die Projektvorbereitung ist derzeit im Gange und soll im Sommer abgeschlossen sein.

In Zukunft werden die Rechenzentren eine wichtige Rolle beim Betrieb der staatlichen Cloud spielen, die Ende letzten Jahres von der Regierung in Auftrag gegeben wurde. "Dieser Schritt stellt eine bedeutende Veränderung bei der Bereitstellung von Cloud-Diensten in der öffentlichen Verwaltung dar", sagte der Minister für Digitalisierung, Ivan Bartoš (Piraten).

Die Cloud wird wichtige Informationssysteme von einem zentralen Standort aus betreiben. Der Staat könnte dadurch Geld sparen: Es wäre möglich, eine große Anzahl von Servern und Softwarelizenzen einzusparen, die aufgrund der Unkoordiniertheit einzelner Ministerien angeschafft worden sind. "Welche Systeme Teil der staatlichen Cloud werden sollen, wird in den Debatten noch festgelegt. Das werden die sein, ohne die der Staat nicht funktionieren kann. Ich erwarte zehn bis fünfzehn solcher Systeme", sagte Roman Vrba, Generaldirektor des SPCSS, gegenüber E15.

Das tschechische Fernsehen und das staatliche IT-Unternehmen haben weitere Technologien von der chinesischen Firma Huawei gekauft. Vrba prognostizierte, dass einige staatliche Systeme im Zuge der Umstellung auf die Cloud neu geschrieben werden müssen, weil sie veraltet sind und in der neuen, modernen Form nicht mehr funktionieren würden. Neben der Modernisierung könnte dies auch eine Gelegenheit sein, sich aus den Fesseln von Verträgen mit IT-Lieferanten zu befreien, die in der Vergangenheit für den Staat ungünstig gestaltet wurden. Die Steuerverwaltung zum Beispiel wird nach Jahrzehnten die ADIS-Software für die Steuerverwaltung ablösen.


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