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01 Aug
Sparstift und Kurswechsel bei den tschechischen Kulturzentren im Ausland

Außenminister Petr Macinka (Motoristen) hat die Generaldirektorin des Netzwerkes der tschechischen Kulturzentren im Ausland (Česká centra), Jitka Pánek Jurková, von ihrem Posten enthoben und durch den tschechischen Botschafter in Ägypten, Ivan Jukl, ersetzt. Macinkas Ansicht nach könne die geplante Umgestaltung "nicht von der derzeitigen Leitung durchgeführt werden". Es bestehe nämlich die Gefahr, dass die Veränderungen bei den Tschechischen Zentren lediglich kosmetischer Natur seien, meinte der Minister auf der Pressekonferenz.

Tschechien-Präsentation im Rahmen der Weltausstellung in Osaka 2025

Bild: Kancelář prezidenta republiky/Tomáš Fongus

Macinka verspricht sich von der Ernennung des neuen Generaldirektors ein neues Konzept für die Tschechischen Zentren. Seiner Meinung nach sind zudem Einsparungen und eine Umverteilung der Finanzmittel erforderlich. "Ich denke, man muss sich den Haushalt genauer unter die Lupe nehmen", sagte er. Er hält es für erschreckend, dass ein Drittel bis vierzig Prozent der Kosten von der Zentrale der Tschechischen Zentren in Prag verbraucht werden. Die Verschlankung der Zentrale betrachtet der neue Generaldirektor Jukl als seine vorrangige Aufgabe.

Als Vorteil sieht der Jukl an, dass er sein Amt in einer Situation antritt, in der das Ministerium daran interessiert ist, das Netzwerk nicht aufzugeben, sondern, im Gegenteil, auszubauen. "Die Vorstellung, ein breites Netzwerk und im Gegenzug eine schlanke Zentrale zu haben - das betrachte ich als meine vorrangige Aufgabe", erklärte er. Die Tschechischen Zentren sollten seiner Meinung nach ein "Partner der Wirtschaftsdiplomatie" sein.

Im Juni dieses Jahres erklärte Macinka, dass die Zukunft und die Finanzlage der Tschechischen Zentren durch die finanziellen Auswirkungen des tschechischen Pavillons auf der Weltausstellung Expo 2025 in Osaka gefährdet sein könnten. Nach Angaben des Außenministers wurde das Büro des Generalkommissars der Expo 2025 im Januar 2023 mit den Tschechischen Zentren zusammengelegt, die nun die finanziellen Folgen des Projekts tragen.

Er erklärte damals, dass die Verluste seiner Meinung nach die Finanzlage dieser öffentlich-rechtlichen Einrichtung erheblich beeinträchtigen könnten. "Wir sind in eine Situation geraten, in der die Tschechischen Zentren ein so großes Defizit verzeichnen werden, dass möglicherweise alle vollständig geschlossen werden müssen", sagte er im Juni. Nun lehnte er jedoch die Schließung von Zweigstellen ab.

Die Hauptfinanzierungsquelle der Tschechischen Zentren ist der Zuschuss des Trägers, des Außenministeriums. Darüber hinaus verfügen sie über eigene Einnahmen aus dem Verkauf von Eintrittskarten, Dienstleistungen, Kursen oder der Vermietung von Räumlichkeiten. Sie können auch Mittel aus in- und ausländischen Fördermitteln, Sponsorengeldern und Kulturprojekten erhalten. Pánek Jurková gab im Frühjahr an, dass das Ministerium den Zentren in diesem Jahr 157 Millionen Kronen (6,5 Mio. Euro) für den Betrieb zur Verfügung gestellt habe; im vergangenen Jahr waren es 183 Millionen Kronen (7,6 Mio. Euro).

Macinka: "Politischem Aktivismus der Tschechischen Zentren ein Ende setzen".

Macinkas Amtsvorgänger Jan Lipavský (bis 2024 Piraten), der Pánek Jurková ernannt hat, erklärte, die Hauptaufgabe des Außenministers bestehe darin, eine stabile staatliche Zuwendung für die Tschechischen Zentren sicherzustellen. "Die Vorstellung, dass eine öffentlich geförderte Einrichtung Gewinne erwirtschaften soll, steht im Widerspruch zur tschechischen Gesetzgebung. Mir ist es gelungen, die Finanzierung der Tschechischen Zentren aufrechtzuerhalten. Minister Macinka verschleiert diese Angelegenheit systematisch", merkte er an. Pánek Jurková habe seiner Meinung nach hervorragende Arbeit geleistet. "Es ist ihr gelungen, die Tschechischen Zentren zu modernisieren und den guten Ruf Tschechiens im Ausland zu fördern", fügte er hinzu. Dem neuen Direktor wünschte er viel Glück für seine wichtige Mission.

"Die tschechischen Zentren verzeichnen jedes Jahr relativ hohe Verluste. Das Außenministerium musste jedes Jahr Dutzende Millionen Kronen aufbringen, um diese Verluste auszugleichen", erklärte Macinka. Seinen Angaben zufolge hätten sich einige Zentren im Laufe der Zeit zu "staatlichen gemeinnützigen Organisationen" entwickelt. "Die Verantwortlichen einiger dieser Zentren haben entweder ihre Rolle nicht verstanden oder bewusst beschlossen, die Institution, in der sie arbeiteten, für politischen Aktivismus zu missbrauchen. Dem muss ein Ende gesetzt werden, wir werden dies nicht unterstützen", fügte er hinzu.

Laut dem neuen Generaldirektor Jukl müsse man prüfen, ob alle Beteiligten ihre Aufgaben erfüllen. "Ich will damit nicht sagen, dass ich morgen einfach anfangen würde, jemanden zu entlassen. Aber es ist klar, dass wir, wenn wir eine Vorstellung davon haben, was die tschechischen Zentren in ein paar Jahren tun werden, die richtigen Leute brauchen, die zu dieser Vision passen, und das trifft möglicherweise nicht auf jeden zu", sagte er.


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