
Der tschechische Privatsender Televize Barrandov, der in seinen Anfangszeiten vor allem durch die Ausstrahlung von tschechoslowakischen Serien überdurchschnittliche Einschaltquoten erzielte, ist insolvent und wird auf Anraten des Insolvenzverwalter vermutlich nicht mehr weitergeführt.

Bild: Televize Barrandov
Im März 2014 änderte der Fernsehsender seinen Schwerpunkt und strahlte fortan anstelle tschechoslowakischer vorwiegend ausländische Serien aus, darunter "Law & Order", "Columbo", "Big Ben", "Pater Braun" und "Richterin Barbara". Von da an ging es bergab, und die stabile Einschaltquote von über 5 Prozent ging kontinuierlich zurück. Bereits 2023 war die Barrandov-Gruppe (TV Barrandov, Barrandov Krimi, Barrandov Kino) schwer verschuldet und wurde zur Hälfte von dem auf Sanierungen spezialisierten Unternehmen Servis-23, übernommen.
Die Probleme wurden aber nicht kleiner. So kam es Anfang 2024 zu Stromabschaltungen wegen unbezahlter Rechnungen und Proteste der Mitarbeiter wegen ausstehender Löhne. Im September desselben Jahres unterbrach der Satellitenbetreiber Skylink für neun Tage die Verbreitung aller Barrandov-Kanäle wegen "Nichterfüllung der vertraglichen Verpflichtungen des Senders".
Die Sanierung war zwar mittelfristig erfolgreich, jedoch der Einbruch des Werbemarktes war nicht mehr zu verkraften
Zwar gelang es laut Gericht, die Sanierung und den Geschäftsbetrieb zu stabilisieren, die Kosten deutlich zu senken und langfristige Verluste zu stoppen, sodass Im Herbst 2025 das Unternehmen sogar in der Lage war, mit den Werbeeinnahmen die Betriebskosten zu decken. Die weitere Entwicklung wurde jedoch maßgeblich von externen Faktoren beeinflusst, insbesondere vom Einbruch des Werbemarktes, der durch die geopolitische Lage und den Anstieg der Energiepreise noch verschärft wurde. Angedacht ist, dass der Sender noch einige Monate On Air bleibt um vielleicht einen Käufer zu finden. Die Aussichten sind aber eher schlecht.
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