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18 Jun
Tschechen tendieren immer mehr zu  bedarfsgerechtem Wohnraum

Noch vor einigen Jahren war es üblich, dass Käufer eine neue Wohnung ausschließlich nach Lage, Grundriss und Preis auswählten. Heute rückt ein weiterer Faktor in den Vordergrund: die Möglichkeit, die endgültige Gestaltung der Wohnung mitzugestalten. Auf dem tschechischen Markt wächst daher allmählich das Interesse an Wohnungen, die noch nicht vollständig fertiggestellt sind, sei es im sogenannten "Shell & Core"- oder "White Wall"-Zustand. Dieses Format, das lange Zeit vor allem mit Luxusresidenzen und Premium-Projekten in Verbindung gebracht wurde, taucht nun auch immer häufiger im Segment des Familienwohnungsbaus auf.

Symbolbild: GettyImages

Flexibilität bei Bauzeit und Investitionen werden  immer wichtiger

Im gewerblichen Immobilienbereich ist die Übergabe von Räumlichkeiten ohne Endausbau längst Standard, und Schätzungen zufolge werden mehr als 80 Prozent der neuen Büroflächen auf diese Weise realisiert, während im Wohnungsbau nach wie vor schlüsselfertige Wohnungen überwiegen. Dennoch vollzieht sich auch hier ein allmählicher Wandel. 

Im Luxussegment liegt der Anteil der im "Shell & Core"-Zustand verkauften Wohnungen nach Expertenschätzungen bei etwa 20 bis 30 Prozent. Bei erschwinglicheren Projekten hingegen wächst die Beliebtheit des "White Wall"-Standards, für den sich heute etwa 5 bis 10 Prozent der Käufer entscheiden, und dessen Beliebtheit weiter zunimmt. Der Grund dafür ist einfach. Während ein Teil der Kunden ein einzigartiges Interieur nach den Entwürfen eines Architekten gestalten möchte, schätzen andere die Möglichkeit, die Investitionen in die Ausstattung zeitlich zu staffeln und die Wohnung nach eigenem Geschmack und den eigenen finanziellen Möglichkeiten fertigzustellen.

"Noch vor wenigen Jahren war es üblich, dass der Bauträger alle Wohnungen in einem praktisch identischen Standard übergab. Heute verlangen immer mehr Kunden die Möglichkeit, selbst über die endgültige Gestaltung des Interieurs zu entscheiden. Dabei geht es nicht nur um das Luxussegment.  Eine ähnliche Nachfrage verzeichnen wir auch im Bereich des Einfamilienhausbaus, wo die Menschen ihre Investitionen zeitlich staffeln oder die Innenausstattung genau nach ihren Vorstellungen gestalten möchten, ohne in Materialien und Technologien investieren zu müssen, die sie sich sonst vielleicht gar nicht ausgesucht hätten", sagte Daniel Rezek von FI Realitní Investice.

Shell & Core und White Wall halten Einzug in den Wohnbereich

Der "Shell & Core"-Zustand bezeichnet einen praktisch rohen Raum, der für die individuelle Fertigstellung vorbereitet ist. Die "White Wall"-Variante ist ein Kompromiss, bei dem die Wände, die Leitungsführungen und die technischen Installationen fertiggestellt sind, während die endgültige Innenausstattung dem zukünftigen Eigentümer überlassen bleibt.

Gerade "White Wall" erfreut sich zunehmender Beliebtheit bei Käufern, die die Vorteile eines Neubaus mit der Möglichkeit verbinden möchten, ihr Zuhause ganz nach eigenem Geschmack zu gestalten. So entfallen die Kosten für das Abreißen neuer Oberflächen oder den Austausch von Standardelementen, die sie nach dem Einzug ohnehin anpassen würden.

"Wir beobachten eine interessante Verschiebung bei den Erwartungen der Käufer. Während sie sich früher vor allem dafür interessierten, welchen Standard die Wohnung aufweist oder ob es möglich ist, ein Material durch ein anderes zu ersetzen, fragen sie heute immer häufiger danach, wie viele Möglichkeiten zur individuellen Gestaltung ihnen zur Verfügung stehen werden. Die Menschen wollen nicht mehr nur ein fertiges Produkt übernehmen, sondern sich ein Zuhause schaffen, das ihren eigenen Bedürfnissen und ihrem Lebensstil entspricht", ergänzte Rezek. 

Quelle: FI Realitní Investice


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