
Die Hälfte der Tschechen, die in einer Partnerschaft leben, haben getrennte Konten. Ein Fünftel verfügt außerdem über geheime Rücklagen, von denen der Partner nichts weiß. Großteils managen die Frauen die täglichen Einkäufe, größere Ausgaben werden gemeinsam getätigt. Dies geht aus einer Umfrage der Firma XTB hervor, an der 1500 Menschen teilnahmen, die in einer Partnerschaft leben.

Symbolbild: GettyImages
"Die Daten zeigen, dass tschechische Haushalte wichtige finanzielle Entscheidungen tendenziell gemeinsam treffen, aber in der täglichen finanziellen Realität besteht weiterhin die traditionelle Rollenverteilung. Gleichzeitig beobachten wir einen bedeutenden Generationswandel beim Thema Investitionen, insbesondere bei jüngeren Menschen und Frauen", sagte Vladimír Holovka, Vertriebsleiter von XTB für die Tschechische Republik, die Slowakei und Ungarn.
Die Umfrage ergab mit 45 Prozent einen hohen Anteil an Haushalten, in denen die Partner ihre Finanzen vollständig getrennt halten. Etwa 34 Prozent verfügen über ein gemeinsames und gleichzeitig jeweils ein eigenes Konto. Nur ein Fünftel der Haushalte hat nur ein gemeinsames Konto. Jeder fünfte Befragte gibt zu, dass er über finanzielle Reserven verfügt, von denen der Partner nichts weiß.
Junge Menschen bevorzugen eigenes Konto
Die Art der Finanzverwaltung unterscheidet sich nach Alter erheblich. Das Hybridmodell, bei dem neben einem gemeinsamen Konto jeder auch ein eigenes Konto hat, ist vor allem bei jungen Menschen beliebt. Es wird von 46 Prozent der Befragten im Alter von 18 bis 26 Jahren und 43 Prozent im Alter von 27 bis 35 Jahren bevorzugt. Mit zunehmendem Alter steigt hingegen die Tendenz zu einem gemeinsamen Konto. Während es bei der jüngsten Generation nur acht Prozent der Paare haben, sind es bei der ältesten Gruppe von 54 bis 65 Jahren 31 Prozent. Völlig getrennte Finanzen gaben 51 Prozent der tschechischen Paare in der Altersgruppe von 45 bis 53 Jahren an.
Größere Anschaffungen ab 2.000 Euro werden in der Partnerschaft in 74 Prozent der Fälle gemeinsam getätigt.
"Viele Frauen haben keinen Überblick über Investitionen"
Regelmäßig oder gelegentlich investieren 58 Prozent der Männer gegenüber 38 Prozent der Frauen. Gleichzeitig geben Frauen deutlich häufiger an, dass sie überhaupt nicht investieren wollen. "Frauen sind zwar hervorragende Finanzmanagerinnen, sie sind in der Lage zu verfolgen, wohin das Geld für die laufenden Ausgaben fließt, wie viel für was bezahlt wird und ähnliches, aber oft bleibt ihnen keine Zeit, darüber nachzudenken und einen Plan auszuarbeiten, was mit den Überschüssen geschehen soll. Es gibt immer noch einen nicht unerheblichen Prozentsatz von Frauen, die überhaupt keinen Überblick über Investitionen haben", erklärte dazu die Finanzanalystin Anna Píchová.
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