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26 Aug
Das Lieblingsgetränk der Tschechen könnte sich aufgrund der Dürre verteuern

Es ist kein Geheimnis, dass der tschechische Hopfen weltweit einer der besten ist und damit die Grundlage für das ausgezeichnet Bier in Tschechien bildet. Heuer ist aber mit einem Ausfall von 25 Prozen - gerechnet vom langjährigen Durchschnitt - zu rechnen. Grund ist nicht ausschließlich der Wassermangel, sondern auch die mangelhafte technische Ausstattung vieler Betriebe. So verfügen beispielsweise nur etwa ein Viertel der Hopfenbauern über eine Bewässerungsanlage. Dadurch entsteht auch ein weiteres Problem, nämlich ein niedriger Wert der Alpha-Bitterstoffe, die die Qualität des Hopfen bestimmen. Dies teilten der Vorstandsvorsitzende des tschechischen Hopfenbauverbands (SPCH ČR), Jiří Smetana, und Landwirtschaftsminister Martin Šebestyán anlässlich einer Pressekonferenz in Nordböhmen.

Symbolbild: GettyImages

"Der Gehalt an Alpha-Bittersäure liegt beispielsweise bei der Sorte 'Poloraný Červeňák' im Durchschnitt zwischen 3,3 und 3,5 Prozent. Hier wird ein starker Rückgang erwartet, da alle Analysen in diesem Jahr - sowohl die vor der Ernte als auch bereits die ersten Ernteanalysen - einen Wert von knapp über zwei Prozent zeigen. Den bislang historisch niedrigsten Wert verzeichneten wir im Jahr 2015 mit 2,1 Prozent, und wir befürchten, dass der Wert in diesem Jahr sehr nahe daran liegen oder ihn nur geringfügig übersteigen wird", erklärte Smetana gegenüber der Nachrichtenagentur ČTK.

Stauseen sollen Abhilfe bringen

Nur ein Viertel der Hopfenfelder in Tschechien verfügen über ein Bewässerungssystem. "Die Bewässerung hängt jedoch auch von der Wasserverfügbarkeit ab, und in diesem Jahr wurde vielleicht ein Drittel dieser Hopfenfelder in dem erforderlichen Umfang bewässert. Die tschechische Regierung plant seit Langem ein Projekt zum Bau von Stauseen in einigen Hopfenanbaugebieten. Wenn das Wasserproblem so schnell wie möglich gelöst wird, wird dies die Wettbewerbsfähigkeit des tschechischen Hopfenanbaus stärken", sagte Šebestyán.

Förderprogramme sollen zur technischen Nachrüstung animieren

Der Minister verwies auch auf ein Förderprogramm für Bewässerungsmaßnahmen, das den Bau von Rückhaltebecken und Pumpstationen ermöglicht. "Vor Ort wird auch versucht, die Hopfenfelder näher an die Wasserquellen zu verlegen. Doch die Verlegung solcher temporären landwirtschaftlichen Anlagen dauert 14 bis 18 Monate, ein langer Zeitraum den wir gerne beschleunigen würden", so der Šebestyán.

Verteuerung wird kaum vermeidbar sein

Ob es zu einer Verteuerung von Bier kommen wird, darüber wollte der Landwirtschaftsminister nicht spekulieren. "Was den Preis angeht, werden andere Faktoren entscheidend sein. Wir befinden uns auf einem historisch niedrigen Niveau bei den Lebensmittelpreisen und es ist wahrscheinlich, dass es zu einer Preiserhöhung kommen wird, aber diese wird nicht allein von der diesjährigen Hopfenernte abhängig sein", sagte Šebestyán.

Resitente Hopfensorten könnten eine Alternative sein, sind aber im Moment noch schwer verkäuflich

Smetana merkte weiters an, dass auch die Züchtung von Hopfensorten, die weniger anfällig für Trockenheit und Hitze sind, eine Alternave wären. Zwei solcher gezüchteter, trockenheitsresistenter Sorten wurden bereits vorgestellt, doch seiner Meinung nach bevorzugen ausländische und große Brauereien weiterhin die traditionellen Sorten.

Der Saazer Halbfrühe Rote Hopfen steht auf der Liste  des UNESCO-Weltkulturerbes

Die größte Hopfenanbaufläche in Tschechien befindet sich im Hopfenanbaugebiet Žatec (Saaz), wo Hopfen auf 3.672 Hektar angebaut wird, was 76,8 Prozent der gesamten Hopfenanbaufläche in Tschechien entspricht. Žatec und die Landschaft des Saazer Hopfens stehen seit 2023 auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes. Die am weitesten verbreitete Hopfensorte ist weiterhin der "Žatecký poloraný červeňák (Saazer Halbfrüher Roter Hopfen)", der auf 3.939,5 Hektar angebaut wird.


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