
Die Tschechische Republik ist auf der Suche nach zusätzlichen Treibstofflieferanten. Grund dafür ist die drohende Unterbrechung der Kraftstofflieferungen aus Deutschland, die derzeit etwa 30 Prozent des Inlandsverbrauchs der Tschechischen Republik decken. Dies erklärte Industrieminister Karel Havlíček (ANO) auf der Konferenz "NextGen Energy 2035+" in Prag.

Bild: GettyImages
Laut Havlíček will die Regierung unter anderem mit der Slowakei über Treibstofflieferungen verhandeln. Mit der Wiederbefüllung der Druschba-Pipeline werden vermutlich weitere Kapazitäten frei. Es besteht rascher Handlungsbedarf, da Russland angekündigt hat, ab dem 1. Mai die Öllieferungen aus Kasachstan nach Deutschland über Russland einzustellen. "Im Falle eines Lieferausfalls aus Deutschland müssen wir uns schnell mit anderen Partnern einigen", betonte Havlíček.
Dem Minister zufolge betrifft der drohende Mangel vor allem Erdölprodukte, insbesondere Kraftstoffe. Deutschland ist einer der größten Kraftstofflieferanten der Tschechischen Republik und deckt laut Havlíček etwa 30 Prozent der Lieferungen ab.
Der Industrieminister erklärte, die Regierung werde auch über eine Erweiterung der Bezugsquellen für Öl, Gas und andere Energierohstoffe aus weiteren Quellen verhandeln. In diesem Zusammenhang erinnerte er an den jüngsten Besuch in den USA, bei dem auch Gespräche über LNG-Lieferungen stattfanden. Auch die geplante Reise von Havlíček und Premier Andrej Babiš (ANO) nach Kasachstan, Usbekistan und Aserbaidschan soll sich mit Energiefragen befassen. Außerdem sind auch Verhandlungen mit Algerien geplant.
Die Druschba-Pipeline beginnt in Russland am östlichen Ufer der Wolga und teilt sich in Weißrussland in zwei Zweige - der nördliche führt nach Polen und Deutschland, der südliche über die Ukraine nach Ungarn, in die Slowakei und in die Tschechische Republik.
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