
Im Rahmen der Umstellung auf die elektronische Umsatzsteuererfassung (EET) gibt es vonseiten des Finanzministeriums einige "Zuckerln" für die Gastronomie. Das Trinkgeld wird "legalisiert" und die Mehrwertsteuer auf alkoholfreie Getränke gesenkt. Sowohl die Wirtschaftskammer (HK ČR), als auch die Gastronomen bewerten die neuen Gesetzesmaßnahmen als äußerst positiv.

Symbolbild: GettyImages
"Die Legalisierung von Trinkgeldern ist ein Meilenstein, der zur Stabilisierung der tschechischen Gastronomie beitragen und ihre langfristige Entwicklung sichern wird", sagte Luboš Kastner, Vorsitzender der Gastronomiesektion der Wirtschaftskammer der Tschechischen Republik (HK ČR), der den Entwurf über anderthalb Jahre lang vorbereitet hatte. Über 90 Prozent aller Trinkgelder entfallen nämlich auf Restaurants, Cafés und andere gastronomische Einrichtungen.
Rund 700 Mio. Euro Trinkgeld im Jahr
Das Finanzministerium gab in seiner Pressemitteilung zu dieser Maßnahme an, dass sich die Höhe der Trinkgelder in der Tschechischen Republik jährlich auf rund 17 Milliarden Kronen (701,6 Mio. Euro) beläuft. Trinkgelder machen gleichzeitig bis zur Hälfte des Einkommens der Beschäftigten in der Gastronomie aus, erinnerte Kastner. Die Legalisierung von Trinkgeldern werde daher dazu führen, dass Menschen, die in der Gastronomie arbeiten, die gleichen Vorteile wie Beschäftigte in anderen Branchen erhalten.
Der Mehrwertsteuersatz für alkoholfreie Getränke in der Gastronomie wird von 21 auf 12 Prozent gesenkt
Kastner begrüßte auch den Schritt des Ministeriums, die Mehrwertsteuer auf alkoholfreie Getränke auf 12 Prozent zu senken. Der Steuersatz von 21 Prozent auf alkoholfreie Getränke wurde von der vorherigen Regierung unter Petr Fiala (ODS) im Konsolidierungspaket 2023 eingeführt, was von der Kammer wiederholt kritisiert wurde. "Wir würden uns jedoch über einen einheitlichen Mehrwertsteuersatz für den gesamten Gastronomiesektor freuen", erklärte Kastner.
Die Senkung der Mehrwertsteuer wurde auch vom Verband der Hersteller alkoholfreier Getränke (SVNN) begrüßt, der damit die von der Fiala-Regierung eingeführte Diskriminierung beseitigt sieht. "Der HoReCa-Sektor (Hotels, Restaurants und andere gastronomische Betriebe, Anm.) leidet in den letzten Jahren unter der hohen Inflation, und wir glauben, dass diese positive Veränderung zu einer höheren Besucherzahl in den Betrieben führen wird. Gleichzeitig hoffen wir, dass in Zukunft Raum für die Beseitigung derselben Diskriminierung im Einzelhandel geschaffen wird, wo Getränke mit einem Mehrwertsteuersatz von 21 Prozent belastet werden, während Lebensmittel einem Satz von 12 Prozent unterliegen", erklärte der Präsident des Verbandes, Michal Dyttert, auf Anfrage der Nachrichtenagentur ČTK.
Positives Feedback von den Gastro-Sektoren
Der Präsident des Verbandes der Hotels und Restaurants der Tschechischen Republik (AHR ČR), Václav Stárek, erklärte daraufhin, dass sich in einer im Oktober durchgeführten Umfrage unter den fast 2000 AHR ČR-Mitgliedern mehr als die Hälfte positiv zu den Änderungen des Trinkgeldsystems geäußert habe und 97 Prozent die Senkung der Mehrwertsteuer auf alkoholfreie Getränke als bedeutende Änderung betrachteten.
Die gesetzlichen Änderungen im Detail:
- Das neue System zur Erfassung von Umsätzen EET 2.0 gilt ab Januar 2027
- Ein Ausdruck einer Quittung muss nur noch auf Wunsch des Kunden erfolgen
- Von EET befreit sind Unternehmer in der ersten Pauschalsteuerklasse, die ein Jahreseinkommen von bis zu einer Million Kronen (41.300 Euro) haben oder eine monatliche Pauschalsteuer von 1500 Kronen (62 Euro) und obligatorische Sozial- und Krankenversicherungsbeiträge zahlen
- Senkung der Mehrwertsteuer von 21 auf 12 Prozent für alkoholfreie Getränke, die vor Ort in Gastronomiebetrieben konsumiert werden
- Steuerbefreiung für Trinkgelder in Höhe von bis zu sieben Prozent des Monatsumsatzes, Beträge über diesem Limit werden standardmäßig besteuert
Quelle: CTK
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